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Leyhörn, Vogelbeobachtung, Vogelschutzgebiet
Foto: DE92

Vogelbeobachtung im Naturschutzgebiet Leyhörn

Naturparadies Leyhörn: Faszinierende Vogelbeobachtungen, eindrucksvolle Flora und nachhaltige Erlebnisse im Nationalpark Wattenmeer.

Stephan Wäsche
Stephan Wäsche

Das Naturschutzgebiet Leyhörn, eingebettet in die atemberaubende Landschaft des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, zählt zu den bedeutendsten Vogelbeobachtungsgebieten Deutschlands. Es liegt in der Gemeinde Krummhörn zwischen Norddeich und Greetsiel, etwa 18 Kilometer nördlich von Emden. Hier erstreckt sich der größte zusammenhängende Salzwiesenkomplex Niedersachsens und bietet ein einmaliges Naturerlebnis für Vogelliebhaber und Naturschützer.

Wetter: Naturschutzgebiet Leyhörn

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Leybucht: einzigartiges Ökosystem

Die Leybucht, die sich zwischen den Küstenorten Norddeich und Greetsiel erstreckt, ist nach dem Dollart die zweitgrößte Bucht Niedersachsens. Sie gehört zur streng geschützten Zone I des Nationalparks Wattenmeer, wo Flora und Fauna höchste Priorität genießen. Mit ihren weitläufigen Wattflächen und den größten zusammenhängenden Salzwiesen in Niedersachsen bietet sie einen essenziellen Lebensraum für Brutvögel und Zugvögel.

Besonders bei Niedrigwasser offenbaren die Wattflächen ihr beeindruckendes Potenzial als Nahrungsreservoir, das Möwen, Seeschwalben, nordische Gänse, Enten und Limikolen wie Alpenstrandläufer, Große Brachvögel und Goldregenpfeifer in großer Zahl anzieht. Hier verschmelzen ökologische Bedeutung und landschaftliche Schönheit zu einem einzigartigen Naturerlebnis.

Bedeutung für Zug- und Rastvögel

Das Naturschutzgebiet Leyhörn ist von unschätzbarem Wert für den internationalen Vogelzug und bietet eine der wichtigsten Rast- und Überwinterungsstätten in Europa. Insbesondere Schwärme von Weißwangen-, Bläss- und Graugänsen finden hier ideale Bedingungen, um Energie für ihre langen Reisen zu tanken. Während der Zugzeiten im Frühjahr und Herbst zeigt sich die beeindruckende Vielfalt der Vogelwelt in voller Pracht: Knutts und Rotschenkel formieren sich in dynamischen Gruppen, während Große Brachvögel und Brandgänse die Landschaft mit ihrer markanten Erscheinung prägen.

In den Flachwasserbereichen wimmelt es von Austernfischern, Goldregenpfeifern und Pfuhlschnepfen, die auf der Suche nach Nahrung unermüdlich das Watt durchstreifen. Ein besonderes Schauspiel bieten die großen Scharen von Alpenstrandläufern, deren synchronisierte Flüge wie eine lebendige Wolke erscheinen, und die eleganten Schwärme von Säbelschnäblern, die mit ihren markanten Schnäbeln für einen faszinierenden Anblick sorgen. Dieses Naturparadies zieht jährlich Tausende Besucher an, die die Gelegenheit nutzen, diese einzigartigen Momente der Vogelwanderung zu erleben.

Brutvögel und Singvögel

Auch für Brutvögel ist die Leyhörn ein wahres Paradies, das eine beeindruckende Vielfalt an Arten beherbergt. Von April bis Juli brüten hier zahlreiche Entenarten wie die anmutigen Stockenten, die wendigen Krickenten, die charakteristischen Löffelenten mit ihren breiten Schnäbeln und die eleganten Reiherenten. Diese Gewässerliebhaber finden in den geschützten Teichen und Flachwasserbereichen ideale Bedingungen für die Aufzucht ihrer Jungen. Neben den Entenarten zählen auch typische Wiesenvögel wie die Rohrammern, die mit ihren melodischen Gesängen die Luft erfüllen, und die Kiebitze, deren akrobatische Flugmanöver ein faszinierender Anblick sind.

Der Rotschenkel, ein markanter Watvogel mit seinen roten Beinen, ist ein weiteres Highlight für Beobachter. Singvögel wie der geheimnisvolle Schilfrohrsänger, der oft in den dichten Ufervegetationen verborgen bleibt, und das prächtig gefärbte Blaukehlchen, das mit seinem schimmernden blauen Brustfleck begeistert, fühlen sich hier ebenfalls heimisch. Besonders bemerkenswert ist die seltene Blaumeise, die in diesem geschützten Gebiet eine Oase der Ruhe findet. Die Vielfalt der Brutvögel in der Leyhörn macht sie zu einem unvergleichlichen Ort für Naturfreunde und Ornithologen gleichermaßen.

Die besten Beobachtungsplätze

Für Vogelbeobachtungen stehen in der Leyhörn mehrere hervorragende Beobachtungsorte zur Verfügung. Von Deichen, Beobachtungshütten und speziellen Aussichtspunkten können Besucher die Tierwelt ungestört beobachten. Als Startpunkt bietet sich hier der Parkplatz am Pilsumer Leuchtturm an.

Anfahrt zum Parkplatz
D-26736 Krummhörn
Koordinaten: N 53° 30′ 2.808 E 7° 3′ 4.5072
Breitengrad : 53.50078 | Längengrad : 7.051252

Salzwiesen hinter dem Deich

Vom Parkplatz (direkt hinter dem Deich) aus bietet sich ein fantastischer Blick auf die Salzwiesen. Besonders im Frühjahr sind hier große Gruppen von Ringel- und Weißwangengänsen zu sehen, begleitet von verschiedenen Entenarten.

Wiese mit Pütten

Ein etwa 4 Kilometer langer Fuß- und Radweg führt an einer Wiese mit zwei kleinen Pütten vorbei. Hier halten sich bei Niedrigwasser verschiedene Wasserläufer auf. Im Frühjahr können Uferschnepfen, Kampfläufer und Ringelgänse beobachtet werden.

Grünlandflächen mit Teichen

Etwa 1 bis 1,5 Kilometer vom Parkplatz entfernt liegen Grünlandflächen mit Teichen. Diese sind ein Magnet für Weißwangen-, Bläss- und Graugänse sowie für Löffel-, Krick- und Pfeifenten. Besonders beeindruckend sind die Ansammlungen von bis zu 9.000 Goldregenpfeifern und Kiebitzen im Herbst.

Speicherbecken Leyhörn

Das 200 Hektar große Speicherbecken (etwa. 3 km vom Parkplatz entfernt) ist ein Highlight für Ornithologen. Auf den Inseln im Becken rasten im Sommer bis zu 100 Löffler. Weitere häufig anzutreffende Arten sind Schwäne, Kormorane, Brandgänse, Säbelschnäbler, Austernfischer und zahlreiche Entenarten. Für eine optimale Beobachtung empfiehlt sich ein Spektiv oder ein Teleobjektiv.

Leysiel

An der Nordwestspitze des Leysiels (nach knapp 4 km) können Besucher im Sommer Seeregenpfeifer und Seeschwalben beobachten. Während der Zugzeiten bieten sich großartige Gelegenheiten, Ringel- und Weißwangengänse in großen Gruppen zu sehen.

nachhaltiger Tourismus

Das Naturschutzgebiet Leyhörn entstand im Rahmen umfassender Küstenschutzmaßnahmen, die darauf abzielten, sowohl die menschliche Infrastruktur zu schützen als auch der Natur neue Lebensräume zu bieten. Neben den natürlichen Wattflächen, die von den Gezeiten geprägt werden, gehören auch künstlich geschaffene Elemente wie das weitläufige Speicherbecken und die sogenannten Pütten zum Schutzgebiet. Diese Pütten, ursprünglich als Kleientnahmestellen für den Deichbau angelegt, wurden gezielt renaturiert und bieten heute zahlreichen Watt- und Wasservögeln ein Refugium.

Dank strikter Schutzmaßnahmen konnten Störungen durch menschliche Aktivitäten minimiert werden, wodurch die Vogelwelt sich hier ungestört entfalten kann. Der östliche Teil der Halbinsel bleibt ausschließlich der Tierwelt und der unberührten Natur vorbehalten, um diese empfindlichen Ökosysteme zu bewahren. Für Besucher steht hingegen der westliche Teil offen, wo gut platzierte Schutzhütten die Möglichkeit bieten, die Vogelwelt aus nächster Nähe zu erleben, ohne die Tiere in ihrem natürlichen Verhalten zu beeinträchtigen. So verbindet die Leyhörn effektiven Naturschutz mit einzigartigen Naturerlebnissen.

Ein Paradies für Pflanzenfreunde

Neben der vielfältigen Vogelwelt begeistert die Leyhörn auch mit ihrer einzigartigen Flora, die sich durch eine beeindruckende Vielfalt an Pflanzenarten auszeichnet. Besonders auffällig sind die Strandastern, deren violette Blüten die Salzwiesen in ein farbenprächtiges Blütenmeer verwandeln und zur besonderen Atmosphäre dieses Gebiets beitragen. Diese Pflanzen sind hervorragend an die salzhaltigen Böden angepasst und bieten zahlreichen Insekten eine wertvolle Nahrungsquelle.

Zusätzlich finden sich in der Leyhörn weitere charakteristische Pflanzen wie der Queller, das Salzschlickgras und die Strandmelde, die alle einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Salzwiesen leisten und ein unverzichtbarer Teil dieses Ökosystems sind. Auch seltenere Arten wie die Halligflieder und der Strandsoden sorgen dafür, dass die Leyhörn für Pflanzenfreunde zu einem faszinierenden Erlebnis wird.

Erlebnis für Besucher

Die Leyhörn ist nicht nur ein Paradies für Naturliebhaber, sondern auch ein beliebtes Ausflugsziel mit vielfältigen Möglichkeiten, die Region zu entdecken. Urlauber können die einzigartige Landschaft im Rahmen von Kutterfahrten erkunden, bei denen sie einen faszinierenden Blick auf die Küste und das Wattenmeer genießen können. Wattwanderungen laden dazu ein, das fragile Ökosystem hautnah zu erleben und die Bedeutung des Watts als Lebensraum besser zu verstehen.

Bei Salzwiesenführungen vermitteln Experten Wissenswertes über die Pflanzen- und Tierwelt, die sich an dieses außergewöhnliche Habitat angepasst haben. Besonders empfehlenswert sind zudem Ausflugsfahrten mit dem Fahrgastschiff „Graf Edzard I.“, das im Hafen von Greetsiel liegt und während der Saison Fahrten zur Schleuse und durch die umliegenden Gewässer anbietet. Solche Aktivitäten machen die Leyhörn zu einem unvergesslichen Erlebnis für Besucher jeden Alters.

Fazit

Das Naturschutzgebiet Leyhörn ist weit mehr als nur ein Ort für Vogelbeobachtungen – es ist eine Quelle der Inspiration und eine Oase der Ruhe, die Naturliebhabern und Erholungssuchenden unvergessliche Erlebnisse bietet. Die Kombination aus unberührter Natur, einer beeindruckenden Vielfalt an Vogel- und Pflanzenarten sowie der Möglichkeit, diese Schönheit nachhaltig zu erleben, macht die Leyhörn zu einem herausragenden Ziel in Deutschland.

Egal, ob Sie ein passionierter Ornithologe sind, der seltene Arten wie Löffler und Säbelschnäbler beobachten möchte, oder ein Urlauber, der die einzigartige Atmosphäre der Salzwiesen genießen will – die Leyhörn hält für jeden etwas bereit. Ihre Bedeutung reicht weit über die Region hinaus, da sie ein bedeutendes Schutzgebiet für internationale Zugvögel ist und ein lebendiges Beispiel dafür, wie Mensch und Natur im Einklang existieren können.

Mit ihren zahlreichen gut zugänglichen Beobachtungspunkten, informativen Führungen und erlebnisreichen Ausflügen ist die Leyhörn nicht nur ein Muss für Naturliebhaber, sondern auch ein Lehrbuch der Naturgeschichte. Dieses Gebiet lädt dazu ein, die Schönheit der Natur zu entdecken, zu verstehen und zu bewahren – eine Aufgabe, die uns alle betrifft.

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Christina
Die Windpark Sommerpolder GmbH & Co. KG, beabsichtigt im Rahmen eines Repoweringprojekts in leybuchtpolder und Sommerpolder diese landschaftliche Idylle zu zerstören. Hier sollen Windräder mit 200 Metern Höhe und einem Rotordurchmesser von rund 160 Metern in einem Abstand von nur 400 Metern zur Wohnbebauung errichtet werden, die bis zu 370 km/h an den Flügelspitzen erreichen – und das mitten in einer der ökologisch, kulturell und touristisch wertvollsten Küstenlandschaften Deutschlands, obwohl der Landkreis Aurich bereits seit Jahren einen erheblichen Überschuss an erneuerbarer Energie erzeugt. Dieses Vorhaben muss gestoppt werden um die Artenvielfalt, Biodiversität, Artenschutz und das Ökosystem damit schützen. Bitte unterstützt unsere Petition dazu und helft uns, unser schönes Fleckchen Erde als ein Ruhrort für Mensch und Tier zu erhalten. https://gofund.me/3e7cebb81
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